Virtual und Augmented Reality in der Praxis Teil 1: Mehr Service und besseres Kundenerlebnis

Nutzen und Vorteile von Virtual Reality (VR) sowie Augmented Reality (AR) im Unternehmenseinsatz, worin sie sich unterscheiden und welche Anwendungsbereiche es dafür gibt – all das wurde bereits in den vorhergehenden Texten (1 und 2) dieser Reihe besprochen. Um dies aber etwas konkreter zu machen und zu verdeutlichen, wie tief VR und AR inzwischen in die Geschäftswelt eingedrungen sind, sollen einige Beispiele aufgezeigt werden – denn die ersten Unternehmen nutzen diese Technologie bereits sehr effektiv.

Wie Augmented und Virtual Reality den Kundenservice verändern

Die Auswahl der VR und AR Produkte auf dem Markt ist rasant gewachsen – und das in den Bereichen Hardware und Software gleichermaßen. Virtual und Augmented Reality überlappen sich mit vielen anderen Technologie-Kategorien, wie Biotech, Gaming oder Video. Deshalb ist zu erwarten, dass die Anzahl der Cross-Media-Produkte in den kommenden Jahren ebenfalls steigen wird. Auch hat sich gezeigt, dass VR/AR Produkte nicht mehr nur Visionen des Tech-Sektors bleiben, sondern sich auch tatsächlich verkaufen. So gab Samsung Electronics America jüngst bekannt bereits fünf Millionen des Samsung Gear VR Headsets, einer Virtual Reality Brille, verkauft zu haben. Zudem hätten Nutzer rund 10 Millionen Stunden 360-Grad Videos abgerufen und auf dem Samsung Gear VR geschaut. Kunden sind also neugierig und bereit, diese Technologie zu nutzen.

Dass sich VR-Technologie vor allem zur Etablierung eines virtuellen Showrooms eignet, ist nachvollziehbar, da sie Kunden in virtuelle Räume versetzt, die sie sonst nicht in dieser Form erleben könnten. Lowe Home Improvement in den USA hat sich das bereits zu Nutzen gemacht und erlaubt es Kunden virtuell ihre perfekte Küche oder ihr perfektes Bad zu gestalten. Mittels VR können Kunden den virtuellen Raum betreten und gestalten: Mitarbeiter helfen dabei die richtigen Produkte aus einem Angebot von tausenden Varianten herauszusuchen – von Badeinrichtung zu Wandfarben und Bodenbelägen. Diese werden dann als 3D-Objekte zum Design hinzugefügt. Das Design können Kunden am Ende sogar per YouTube 360° mit Freunden und Familie teilen und es sich sogar Zuhause in 3D anschauen. Lowe stellt dabei eine Google Cardboard Brille, ein kostengünstiges Headset aus Pappe mit entsprechenden Linsen. In diese Brille wird dann ganz einfach ein VR-fähiges Mobiltelefon eingelegt, das über eine entsprechende App verfügt. Das Design, das Kunden so entwickelt haben, können sie dann direkt bestellen.

Ein ähnliches Projekt hat Audi in einem Test-Showroom in London gestartet. Hier können Kunden mittels Audi VR Technologie das neue Auto konfigurieren und in Echtzeit anschauen oder virtuelle Probefahrten auf dem Mond machen. Der Verkauf habe sich, so Audi, dadurch um 60 – 70 Prozent gesteigert. Gut die Hälfte kauften ein neues Auto basierend auf virtuellem Erleben – ohne es in der Realität gesehen zu haben. Derzeit gibt es Audi VR nur an ausgewählten Standorten in Europa.

Bleiben wir beim Automobilsektor, wechseln aber in den Bereich der Augmented Reality. Hier werden nicht rein virtuelle Welten kreiert, sondern die Realität wird durch Zusatzinformationen ergänzt. 2015 hat Hyundai als erster Automobilhersteller eine Bedienungsanleitung basierend auf Augmented Reality herausgebracht, 2016 das Programm verlängert. Über Smartphone oder Tablet bekommt der Nutzer „How-to“ Informationen, Videos, 3D Modelle oder Bilder, die immer dann auftauchen, wenn Nutzer einen bestimmten Bereich des Autos scannen. Zum Beispiel den Motorraum. So muss der Autobesitzer nicht lange in einem Heft blättern, sondern bekommt direkt die Informationen für den entsprechenden Problembereich.

Augmented und Virtual Reality in der Tourismusbranche

Virtual Reality wird zudem in der Tourismusbranche genutzt, um Reiseziele per virtueller Erfahrung zu vermarkten – und das sehr erfolgreich. Gemeinsam mit einem Technologieunternehmen hat beispielsweise die kanadische Provinz British Columbia die Virtual Reality Anwendung „Wild Within“ entwickelt. Sie erlaubt es, die beliebte Tourismusgegend auf zwei Pfaden zu erkunden: auf einem entlang der Küste und einem zweiten in Richtung der Berge. Zunächst für einen Desktop-Computer und entsprechendes Headset entwickelt, gibt es „Wild Within“ inzwischen auch als mobile App oder über YouTube 360°.

Die Zukunft der Virtual Reality wird der Tourismusbranche noch viel größere Möglichkeiten eröffnen. So hat Cerevo die Taclim VR Stiefel entwickelt. In Zukunft soll solch eine Technologie es erlauben, auch den Sand unter den Füßen zu spüren, wenn jemand virtuell an einem Strand entlang läuft. Damit wäre die virtuelle Realität neben Geräuschen und Sehen, um einen dritten Sinn erweitert: Fühlen, was man sieht. Man stelle sich dies nur einmal auf einer Tourismusmesse vor. Reisevertreter, die nach neuen Urlaubszielen suchen, können dann zum Beispiel den Strand oder das Hotel vorab virtuell testen, bevor sie es in das eigene Portfolio aufnehmen.

Für Gamer ist Virtual Reality damit ohnehin die natürliche Erweiterung bereits bestehender Lösungen. Hier ist der nächste Schritt die Nutzung von VR-fähigen Motion Capture Gloves, das heißt Handschuhe, die die Bewegung der Hände nachverfolgen. Das erlaubt es Gegenstände in Computerspielen anzufassen oder mit der eigenen Hand zu bewegen – ohne dass ein weiterer Controller notwendig wäre. So hat Noitom den Hi5 VR Glove auf dem Markt.

Weitere Beispiele mit Schwerpunkt unternehmensinterner Prozesse und Schulungen, die den Nutzen von VR und AR verdeutlichen, sind Thema des letzten Artikels aus der 4-teiligen Reihe.

Übersicht Artikelserie

1) Augmented Reality erobert die Business-Welt – doch wie und wann?
2) Augmented Reality: Anwendungsbereiche für Unternehmen
3) Virtual und Augmented Reality in der Praxis Teil 1: Mehr Service und besseres Kundenerlebnis (aktiv)
4) Virtual und Augmented Reality in der Praxis Teil 2: Unternehmensprozesse optimieren

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